Fußarbeit nach Dildei

Warum Motivation mit Futter?

FutterbeutelDie Verwendung von Futter hat einige Vorteile im Vergleich zur Ausbildung mit Hilfe von Spielzeug (Ball, Beiswurst usw..). Mit Futter kann die Bewegung und Position des Hundes ohne Zwangseinwirkung bestimmt werden. Futter stabilisiert und beruhigt den Hund und er ist dadurch besser zu kontrollieren als mit der Beute. Die Belohnung mit dem Spielzeug unterbricht die Übung und der Hund kommt in einen erhöhten Erregungszustand der je nach Hund so stark sein kann, dass die weitere Arbeit erschwert wird. 

Art des Futters?

Das Futter zum Training sollte für den Hund etwas ganz besonders sein. Etwas das es nicht alle Tage gibt, sondern nur auf dem Übungsplatz. Geeignet sind kleine Wurst- oder Käsestücke, die vom Hund direkt abgeschluckt werden können, also nicht erst gekaut werden müssen. Um einen Bestätigungseffekt zu erzielen muß das Futter direkt oder nur ganz kurze Zeit nach der gewünschten Handlung gegeben werden. Damit das Futter schnell greifbar ist, eignen sich am besten Hundeführer-Westen mit großen Taschen oder spezielle Futterbeutel, die man am Gürtel befestigt.

Erste Schritte

Die Ausbildung im „Futtertreiben“ beginnt mit dem Üben der Aufmerksamkeit. Der Hundeführer geht freudig mit seinem Hund auf den Übungsplatz. Er nimmt Futter in die Hand, zeigt es dem Hund und führt den Hund langsam rückwärtsgehend vor dem Bauch. Fängt der Hund an zu fordern, indem er anstößt, wird dieses Verhalten durch Füttern belohnt. So lässt man sich vom Hund „treiben“. Nach ca. 1 – 2 Minuten wird dieses Treiben durch ein Hörzeichen aufgelöst. Anschließend wird noch etwas gespielt und der Hund verlässt den Platz.

Dieses „Treiben“ wird über einen längeren Zeitraum mit kurzen Übungseinheiten wiederholt. Ist der Hund noch sehr jung und kann sich nicht lange konzentrieren, besteht die Gefahr das der Hundeführer beginnt den Hund zu locken. Das Ziel ist es aber ohne Worte und Ansprache des Hundes die Aufmerksamkeit zu erreichen. Der Hund soll selbstständig agieren und nicht auf Locken reagieren.

Ergebnis:
Geht der Hund freudig auf den Übungsplatz und orientiert sich hauptsächlich an seinem Hundeführer, ist der erste Schritt für die weitere Ausbildung getan.

Erste Freifolge

Ina und Leo bei der FußarbeitDie Übung beginnt nicht, wie allgemein üblich, in der Grundstellung sondern mit dem „Treiben“ in der Rückwärtsbewegung. Nach einigen Metern in der Rückwärtsbewegung drehen wir uns langsam zum Hund in die Fuß-Position. Der Hund darf dabei nicht „verloren“ gehen. Die Bewegung erfolgt nun in einem sanften Rechtsbogen.
Das Futter wird jetzt mit der linken Hand gegeben, die sich so am Körper befindet das der während dem Fußgehen in die Hand treiben kann und Futter aufnehmen.

Läßt die Konzentration des Hundes nach, darf das Futter nicht dem Hund folgen. Dies belohnt den Hund in falscher Position. Falsches Verhalten möglichst ignorieren und warten bis der Hund wieder von selbst treibt, erst dann wieder mit Futter bestätigen.

Nach wenigen korrekten Schritten wird der Hund wieder mit einem festgelegten Hörzeichen freigegeben.

Ein Hörzeichen für das Beendigen von Übungen ist sehr wichtig, damit der Hund immer weiß wann konzentriert gearbeitet wird und wann Pause ist. Klarer Anfang und Ende jeder Übung.

Diese Freifolge wird nun regelmäßig geübt und im Kreislaufen auch Geraden und Winkel eingebaut.

Wendungen

Zu Beginn wird die Wendung nur ganz langsam durchgeführt, damit der Hund den Anschluß nicht verliert. Kurz vor der Wendung geht die linke Hand etwas mehr vor unseren Körper um den Hund weiter heranzubringen. Um das „Treiben“ in der Wendung zu steigern, wird kurz davor auch das Futter etwas zurückgehalten.
Auch diese Wendungen immer wieder einbauen und in kurzen Sequenzen üben.

Erst wenn der Hund während der gesamten Leinenführigkeit volle Aufmerksamkeit zeigt, wird das Anhalten mit eingebaut.

Anhalten (Sitz in der Grundstellung)

Bernd und Benny in der GrundstellungInzwischen sollte der Hund bereits das Sitz – Kommando gelernt haben. Wir beginnen die Übung mit einer Geraden und sobald der Hund uns die volle Aufmerksamkeit schenkt, führen wir die Hund mit Futter etwas vom Körper weg, damit der Hund den Kopf nach gerade vorwärts richtet. Während wir nun mit der Hand nach oben über den Kopf des Hundes führen verlangsamen wir unser Tempo und halten an. Bevor wir erneut angehen warten wir wieder auf die volle Aufmerksamkeit des Hundes.
Diese Übung wird jetzt immer wieder in die Fuß-Arbeit mit eingebaut.

Da wir bis jetzt die Leine nicht benötigt haben, sollte es nach vielen vielen Übungsstunden auch kein Problem darstellen den Hund abzuleinen. Dies sollte auch flüssig und ohne Unterbrechung der Übung geschehen.